Jobfresser, selbstfahrende Autos, Künstliche Intelligenz – Technologien der Zukunft: Revolution oder Hype?

Veranstaltung im Rahmen der Reihe Grenzgänger Wissenschaft am 13. Dezember 2016 in der Café|Bar Six in Kreuzlingen

Bildergalerie

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  • Meinhard Schmidt-Degenhard. Bildnachweis: Universität Konstanz/Josephine Tröger
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Aufzeichnung

Über die Veranstaltung

Thema: Jobfresser, selbstfahrende Autos, Künstliche Intelligenz – Technologien der Zukunft: Revolution oder Hype?

«Die Welt der Zukunft mitgestalten»

Um das Fazit des Abends vorwegzunehmen: Die rasante Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte im Bereich der Technik und Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten und man kann sich ihr in der global vernetzten Welt auch nicht entziehen. Darüber waren sich Prof. Dr. Stefan Leue (UKN), der zur Sicherheit von softwaregetriebenen Automobil- und Flugzeugsystemen forscht, Prof. Dr.-Ing. Carsten Schleyer von der HTWG, er setzt sich wissenschaftlich mit Digitalisierung und Produktionsplanung auseinander, und Prof. Dr. Thomas Merz, Prorektor Forschung und Wissensmanagement und Experte für Medienbildung (PHTG), einig. Einig war man sich auch, dass es sich hier um eine Revolution handelt und nicht von einem Hype gesprochen werden kann. Die beiden Ingenieurswissenschaftler zeigten in ihren Ausführungen die Möglichkeiten auf, die heute schon Realität sind und beleuchteten die technisch wissenschaftliche Seite des Themas. Demgegenüber öffnete Thomas Merz den Blickwinkel auf die ethischen Aspekte einer digitalisierten, technisierten Welt und erhielt dafür Zustimmung von Seiten seiner Mitreferenten. Die Fragestellungen seien nicht nur technisch oder wirtschaftlich. Es seien viele ethische und philosophische Herausforderungen damit verbunden und denen müsse man sich mehr widmen. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Meinhard Schmidt-Degenhard.

Vertrauen in selbstfahrende Autos

Digitalisierung in Arbeitsprozessen, intelligente Systeme, die lernfähig sind und sich selber weiterentwickeln − das ist nicht mehr Zukunft, das ist schon lange Gegenwart. Stefan Leue betonte, dass die Technik schon sehr weit fortgeschritten ist. Doch wie weit kann man ihr trauen? Autonom fahrende Autos seien heute kein Problem mehr, so Leue. Aber auch mit diesen Fahrzeugen seien Konfliktsituationen wie Unfälle nicht ausgeschlossen. Unfälle würden aber eine extreme Ausnahmesituation darstellen. «Kein System ist sicher, es geht darum, ingenieursmässige Verfahren zu entwickeln, die sicherstellen, dass ein gesellschaftlich akzeptiertes Restrisiko nicht überschritten wird», sagte Leue.

Arbeitsweise ändert

Carsten Schleyer ging zu Beginn seiner Ausführungen der Frage nach: Ist die Digitalisierung ein Jobfresser? Der Wirtschaftsingenieur zeigte sich überzeugt, dass vor allem Arbeitsplätze, für die es keine hohe Qualifikation braucht, verschwinden werden. Diese Arbeiten seine leichter zu automatisieren. Dennoch würde in der Gesamtheit die Wirtschaft gewinnen. Denn Digitalisierung bedeute mehr Effizienz und durch diese Effizienzsteigerung könnten auch neue Märkte geöffnet werden und das bedeute mehr Arbeit.

Freiräume prägen

«Der Computer hat innerhalb einer Generation die Welt bereits in einer Art und Weise verändert, wie das zuvor in der Menschheitsgeschichte noch nie der Fall war», eröffnete Thomas Merz seine Ausführungen. Wichtig sei es deshalb, die Welt der Zukunft mitzugestalten und nicht einfach das zu verarbeiten, was die Technologie einem liefere. Man müsse sich dazu nicht nur technische Fragen, sondern auch philosophische stellen. «Wer heute Informatiksysteme programmiert, der prägt die Freiräume, prägt das, was wir in wenigen Jahren als Menschen noch tun können, was uns zu Verfügung steht.» Die Technologie verändere alles: die Arbeitswelt, die Politik, Wirtschaft, Kultur, wie wir uns informieren, auch was wir empfinden, spüren oder sehen. «Wir sind daran, dass das, was unser Sein während Jahrmillionen ausmachte, nämlich dass es Raum und Zeit gab, in denen wir uns bewegten, völlig zu verändern. Der Raum wird aufgelöst, es spielt keine Rolle mehr wo wir sind.»

Gesprächspartner:

  • Prof. Dr. Stefan Leue (Universität Konstanz), forscht zur Sicherheit von softwaregetriebenen Automobil- und Flugzeugsystemen
  • Prof. Dr.-Ing. Carsten Schleyer (HTWG Konstanz), forscht zu Digitalisierung und Produktionsplanung
  • Prof. Dr. Thomas Merz (PHTG), ist als Prorektor der Pädagogischen Hochschule Thurgau für Forschung und Wissensmanagement zuständig

Moderation:

  • Meinhard Schmidt-Degenhard

Veranstalter:

  • Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG)
  • Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG)
  • Universität Konstanz
  • Stadt Konstanz

Medienpartner:

  • Thurgauer Zeitung
  • Radio Seefunk RSF

Die Veranstaltungen werden von der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH gefördert und finden im Rahmen der Reihe "IBH-Positionen - Dialog zwischen Wissenschaft und Kultur" statt. Das IBH-Jahresthema 2016/2017 lautet "Mobilität – Zwischen Bewegung und Transformation".